10-jährige US-Staatsanleihen · 1928 – heute
Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe ist der wichtigste Referenzzins der Welt – Maßstab für Hypotheken, Unternehmensanleihen und die Bewertung von Aktien. Jahresdurchschnitte, ergänzt um markante Monatswerte, linear skaliert. Die farbigen Bänder markieren dieselben Krisenphasen wie im Aktienchart.
Datenquellen: 1928–1952 langfristige US-Staatsanleihenrenditen nach Robert J. Shiller (Yale); 1953–2025 Jahresdurchschnitte der 10-Jahres-Rendite (FRED-Reihe GS10, Federal Reserve); aktuelle Werte werden börsentäglich automatisch aktualisiert (U.S. Treasury, Daily Par Yield Curve), ergänzt um dokumentierte Extremwerte. Gleitender Durchschnitt: arithmetisches Mittel der jeweils letzten zehn Jahresdurchschnitte. Rendite prüfen: treasury.gov oder FRED DGS10.
| Krise | Rendite zu Beginn | Extrem in der Krise | Veränderung | Reaktion des Anleihenmarkts |
|---|---|---|---|---|
| Weltwirtschaftskrise (1929–32) | 3,4 % | 3,7 % (Jan. 1932) | +0,3 % | Staatsanleihen hielten sich stabil – die Krise traf vor allem Aktien und Unternehmensanleihen. |
| Zweiter Weltkrieg (1939–45) | 2,3 % | 1,95 % (1941) | −0,3 % | Die Fed deckelte die Zinsen zur Kriegsfinanzierung – Renditen praktisch festgezurrt. |
| Ölkrise (1973–74) | 6,8 % | 8,0 % (Aug. 1974) | +1,2 % | Inflation trieb die Renditen – Anleihen boten keinen Schutz, Aktien und Anleihen fielen gemeinsam. |
| Schwarzer Montag (1987) | 8,8 % | 9,5 % (Okt. 1987) | +0,8 % | Renditeanstieg bis in den Crash hinein – danach Flucht in Qualität, bis Jan. 1988 zurück auf 8,7 %. |
| Dotcom & 11. September (2000–02) | 6,3 % | 3,9 % (Sept. 2002) | −2,4 % | Zinssenkungen und sicherer Hafen: kräftiger Anleihen-Bullenmarkt während der Aktienbaisse. |
| Finanzkrise (2008–09) | 4,5 % | 2,4 % (Dez. 2008) | −2,1 % | Massive Flucht in US-Staatsanleihen – der klassische Krisenpuffer im Depot. |
| Covid-Crash (2020) | 1,8 % | 0,5 % (Aug. 2020) | −1,2 % | Allzeittief der Renditen: Nullzinspolitik und Anleihenkäufe der Fed. |
| Ukraine-Krieg (2022) | 1,8 % | 4,0 % (Okt. 2022) | +2,2 % | Historischer Anleihen-Crash: Inflation und Zinswende – das schlechteste Anleihenjahr der modernen Geschichte, kein sicherer Hafen. |
| Zollkrise (2025) | 4,6 % | 4,0 → 4,5 % (April) | +0,5 % in einer Woche | Erst sicherer Hafen, dann abrupter Ausverkauf – die Anleihenmarkt-Turbulenzen trugen zur Entschärfung des Zollstreits bei. |